Raphael Hegglin
Raphael Hegglin
ist Co-Redaktionsleiter des Haus Magazin und schreibt für Fachzeitschriften und Tageszeitungen über die Themen Gebäudetechnik, Energieeffizienz, Wissenschaft und Natur.
Nicht jedes angepriesene Verfahren enthärtet Wasser tatsächlich.

Wasserenthärtung: Wirksamkeit lässt sich nachweisen

Es gibt verschiedene Verfahren zu Wasserenthärtung. Nicht alle halten wissenschaftlichen Kriterien stand.

Weiches Wasser bringt eine Reihe von Vorteilen. So hinterlässt es im Bad kaum Kalkspuren, und Geräte wie auch Installationen verkalken deutlich weniger schnell als mit hartem Wasser. Dadurch bleibt nicht nur die Lebensdauer der betroffenen Geräte hoch, sondern auch ihr Energieverbrauch so tief wie möglich.

Denn eine Kalkschicht im Wasserboiler oder Teekocher wirkt isolierend, was den Stromverbrauch nach oben treibt. So erhöht ein Millimeter Kalkbelag den Energiebedarf eines Wasserboilers bereits um etwa 10 Prozent, 10 Millimeter erhöhen ihn gar um rund 50 Prozent.

Nur zwei Verfahren enthärten

Kein Wunder, möchte man insbesondere in Gebieten mit hartem Wasser den Kalkgehalt reduzieren. Dabei preist die Werbung verschiedenste Verfahren zur Wasserenthärtung an. Doch es gibt nur zwei gebräuchliche Verfahren, bei denen der Kalk tatsächlich dem Leitungswasser entnommen wird: Ionenaustausch und Membran-Filtration (Gegenosmose). Andere Methoden wie durch Magnete entnehmen dem Wasser hingegen kein Kalk – dies wäre chemisch wie auch physikalisch gar nicht möglich (siehe Infobox).

Wasserenthärtung: Wirksamkeit lässt sich nachweisen
© Foto von Naypong Studio auf shutterstock.com

Wissenschaftliches Prüfverfahren

Ob ein Enthärtungs-Verfahren dem Wasser tatsächlich Kalk – also Calcium- und Magnesiumionen – entzieht, lässt sich unter wissenschaftlichen Kriterien prüfen und nachweisen. Grundlage dazu bildet die technische Regel W512 nach dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVWG).

Sie wird auch in der Schweiz angewendet und beinhaltet eine wissenschaftlich anerkannte Prüfmethode, mit der sich die Wirksamkeit von Enthärtungsanlagen nachweisen lässt.

Einfacher Selbst-Test

In der Schweiz führt die Hochschule Rapperswil die beschriebenen Tests nach DVWG durch. Wer im Zweifel ist, ob eine angebotene Enthärtungsanlage wirksam ist, lässt sich ein Prüfzertifikat nach W512 vorweisen.

Doch man kann auch selbst testen: Einfache Wasserhärte-Tests sind in Apotheken und Drogerien, Baumärkten oder online erhältlich. Binnen weniger Minuten lässt sich mittels Schnelltest aufzeigen, ob die Wasserhärte nach dem Enthärten tatsächlich tiefer ist als vorher.

INFO

Mit Magneten enthärten?

Magnete können kein Kalk aus dem Wasser nehmen, denn Kalk ist nicht magnetisch. Dass die meisten magnetischen Enthärtungsverfahren nicht wirksam sind, belegen auch die Untersuchungen der Hochschule für Technik Rapperswil HSR («Physikalische Wasserbehandlungsgeräte PWBG»). Einzig die elektrochemischen Geräte zeigten Wirkung, wobei sie ebenfalls nicht enthärten: Durch Spannung am Elektrodensystem formt sich der gelöste Kalk in feine Kalkkristalle um. Sie bleiben zu einem Teil gelöst, auch wenn man das Wasser erhitzt. Die Kalkablagerungen sind dadurch reduziert – allerdings bei weitem nicht so stark wie bei einer Enthärtungsanlage mit Ionenaustauscher oder Gegenosmose.

Wasserenthärtung: Wirksamkeit lässt sich nachweisen

Es gibt verschiedene Verfahren zu Wasserenthärtung. Nicht alle halten wissenschaftlichen Kriterien stand.
Nicht jedes angepriesene Verfahren enthärtet Wasser tatsächlich.

Weiches Wasser bringt eine Reihe von Vorteilen. So hinterlässt es im Bad kaum Kalkspuren, und Geräte wie auch Installationen verkalken deutlich weniger schnell als mit hartem Wasser. Dadurch bleibt nicht nur die Lebensdauer der betroffenen Geräte hoch, sondern auch ihr Energieverbrauch so tief wie möglich.

Denn eine Kalkschicht im Wasserboiler oder Teekocher wirkt isolierend, was den Stromverbrauch nach oben treibt. So erhöht ein Millimeter Kalkbelag den Energiebedarf eines Wasserboilers bereits um etwa 10 Prozent, 10 Millimeter erhöhen ihn gar um rund 50 Prozent.

Nur zwei Verfahren enthärten

Kein Wunder, möchte man insbesondere in Gebieten mit hartem Wasser den Kalkgehalt reduzieren. Dabei preist die Werbung verschiedenste Verfahren zur Wasserenthärtung an. Doch es gibt nur zwei gebräuchliche Verfahren, bei denen der Kalk tatsächlich dem Leitungswasser entnommen wird: Ionenaustausch und Membran-Filtration (Gegenosmose). Andere Methoden wie durch Magnete entnehmen dem Wasser hingegen kein Kalk – dies wäre chemisch wie auch physikalisch gar nicht möglich (siehe Infobox).

Wasserenthärtung: Wirksamkeit lässt sich nachweisen
© Foto von Naypong Studio auf shutterstock.com

Wissenschaftliches Prüfverfahren

Ob ein Enthärtungs-Verfahren dem Wasser tatsächlich Kalk – also Calcium- und Magnesiumionen – entzieht, lässt sich unter wissenschaftlichen Kriterien prüfen und nachweisen. Grundlage dazu bildet die technische Regel W512 nach dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVWG).

Sie wird auch in der Schweiz angewendet und beinhaltet eine wissenschaftlich anerkannte Prüfmethode, mit der sich die Wirksamkeit von Enthärtungsanlagen nachweisen lässt.

Einfacher Selbst-Test

In der Schweiz führt die Hochschule Rapperswil die beschriebenen Tests nach DVWG durch. Wer im Zweifel ist, ob eine angebotene Enthärtungsanlage wirksam ist, lässt sich ein Prüfzertifikat nach W512 vorweisen.

Doch man kann auch selbst testen: Einfache Wasserhärte-Tests sind in Apotheken und Drogerien, Baumärkten oder online erhältlich. Binnen weniger Minuten lässt sich mittels Schnelltest aufzeigen, ob die Wasserhärte nach dem Enthärten tatsächlich tiefer ist als vorher.

INFO

Mit Magneten enthärten?

Magnete können kein Kalk aus dem Wasser nehmen, denn Kalk ist nicht magnetisch. Dass die meisten magnetischen Enthärtungsverfahren nicht wirksam sind, belegen auch die Untersuchungen der Hochschule für Technik Rapperswil HSR («Physikalische Wasserbehandlungsgeräte PWBG»). Einzig die elektrochemischen Geräte zeigten Wirkung, wobei sie ebenfalls nicht enthärten: Durch Spannung am Elektrodensystem formt sich der gelöste Kalk in feine Kalkkristalle um. Sie bleiben zu einem Teil gelöst, auch wenn man das Wasser erhitzt. Die Kalkablagerungen sind dadurch reduziert – allerdings bei weitem nicht so stark wie bei einer Enthärtungsanlage mit Ionenaustauscher oder Gegenosmose.
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Raphael Hegglin
ist Co-Redaktionsleiter des Haus Magazin und schreibt für Fachzeitschriften und Tageszeitungen über die Themen Gebäudetechnik, Energieeffizienz, Wissenschaft und Natur.

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