In Sachen Reinheit können nur wenige Lebensmittel mit Schweizer Trinkwasser mithalten. Viele Bestandteile sind gut für den Menschen – mit Ausnahmen.

28.08.2019, von Barbara Lanz

© Photo by Josch13 on Pixabay

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Gesetzliche Anforderungen an Trinkwasser

– Die Anforderungen an Trinkwasser sind in der Bundesverfassung und im Lebensmittelgesetz geregelt.

– Trinkwasser muss hinsichtlich Geruch, Geschmack und Aussehen unauffällig sein.

– Die Bestandteile dürfen in Art und Konzentration nicht gesundheitsgefährdend sein.

Glücklich, wer in der Schweiz lebt! Statt flaschenweise Wasser im Laden zu kaufen, kann man dieses grösstenteils direkt aus dem Hahn trinken. Und das beim wichtigsten Lebensmittel überhaupt! Wasser enthält nämlich von Natur aus Mineralstoffe, die wichtig für den Säure-Base-Haushalt des Menschen sind – solange die Dosis stimmt.

Ein natürlicher Bestandteil von Wasser ist zum Beispiel Kalium. Dieses trägt zur Zellfunktion im Bereich von Nerven und Muskeln bei. Da die enthaltene Menge im Wasser aber sehr gering ist, nimmt der Mensch seinen Tagesbedarf vor allem über Nahrung ein.

Wichtige Helfer für den menschlichen Körper

Ebenfalls natürlich sind Kalzium und Carbonat im Wasser: Kommt das Wasser aus einer kalkhaltigen Gegend, enthält es entsprechend mehr der beiden Bestandteile. Kalzium spielt eine weitere wichtige Rolle im Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Kalk ist übrigens auch für den Härtegrad des Wassers verantwortlich.

Wasser enthält von Natur aus Mineralstoffe, die wichtig sind für den Menschen

Sulfat wiederum regt die Gallen- und Darmtätigkeit an. Es kann geologisch bedingt im Wasser enthalten sein oder aber als Fremdstoff aus Bauschutt ins Wasser gelangen. Das ist kein Problem für den Körper, solange die Dosis nicht zu hoch ist. Sonst kann Sulfat abführend wirken.

Auch Natriumchlorid – also Kochsalz – ist wichtig für den Säure-Basen-Haushalt. Hat es zu jedoch viel Chlorid im Trinkwasser, kann dieses leicht salzig schmecken. Gleich wie Sulfat kann es ebenfalls über Sickerwasser ins Trinkwasser gelangen. Oder über Düngemittel und Abwasser.

Pestizide im Grundwasser können zum Problem werden

Im Bereich der Fremdstoffe aus der Landwirtschaft liegt das grösste Problem. Pestizide gelangen über das Grundwasser ins Trinkwasser. Grundwasserschutzzonen sollen deshalb der Verunreinigung vorbeugen. Entsprechende Initiativen aus der Politik wurden bisher aber abgelehnt.

Trotzdem: Damit Trinkwasser ohne Bedenken konsumiert werden kann, unterliegt es bereits heute strengen Gesetzen, die im Bundesrecht geregelt sind. Es gelten strenge Mindestanforderungen an Qualität und Trinkwasserversorger müssen sicherstellen, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe wie etwa Chemikalien oder Keime enthalten sind.

Barbara Lanz

ist Journalistin und arbeitet vor allem im digitalen Bereich. Sie schreibt für Tages- und Fachmedien in den Bereichen Gesellschaft, Lifestyle, Energie und Wohnen.

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