Unser Trinkwasser wird hierzulande aus drei verschiedenen natürlichen Ressourcen gewonnen: Je 40 Prozent stammen aus Quellen und Grundwasserströmen, ein Fünftel aus Oberflächengewässern wie Seen und Flüsse

24.07.2019, von Helen Weiss

© Photo by Peter H on Pixabay

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Vorsicht bei braunem Wasser

Zwar sorgen die lokalen Wasserversorger für einen tadellosen Zustand der Leitungen bis zu den Liegenschaften. Ab der Wasseruhr sind jedoch die Hausbesitzer für die Wartung der Wasserleitungen zuständig. Fliesst etwa braunes Wasser aus dem Hahn, empfiehlt es sich, entweder die Störungsnummer des lokalen Wasserversorgers anzurufen oder eine Fachperson beizuziehen. Viele ältere Rohre in Wohnhäusern bestehen aus Stahl, der nach 60 bis 80 Jahren zu rosten beginnt.

Das Schweizer Leitungswasser hat punkto Sauberkeit weltweit kaum Konkurrenz. Bis Trinkwasser so klar aus unseren Wasserhähnen fliesst, durchläuft es jedoch zahlreiche Reinigungsprozesse. Zuständig für Gewinnung, Aufbereitung, Förderung, Verteilung und Qualitätskontrollen ist dabei die lokale Wasserversorgung. Nach einer mechanischen Reinigung versickert das gewonnene Wasser aus unterschiedlichen Quellen durch Quarzsand-Filter im Boden. Anschliessend wird dieses Rohwasser auf Wässerstellen geleitet, wo es durch feine Poren im Humus- und Schotterboden ins Grundwasser gelangt.

Reserven für jeden Einwohner

Beim Versickern geht es dabei äusserst natürlich zu: Ein grosser Teil der im Wasser gelösten Substanzen wird ausgefällt, an die Bodenteilchen gebunden oder durch biologische Prozesse eliminiert. Mikroorganismen bauen diese Stoffe fortwährend ab, so dass sich der Naturfilter selbst regeneriert. Das in den Grundwasserbrunnen geförderte Wasser wird in einem weiteren Schritt in einer Aktivkohlefilteranlage von organischen Spurenstoffen befreit und vor dem Einspeisen in das Leitungsnetz durch UV-Licht entkeimt.

Die Schweiz ist mit ihren Tausenden Quellen auch als Wasserschloss Europas bekannt.

Sauber bis ins Haus

Von der Trinkwasserproduktion pumpt man das Wasser in die Reservoire. Tausende Reservoire in der Schweiz, meist auf einer Anhöhe oder Wassertürmen angelegt, sorgen dafür, dass der Wasserbedarf auch bei Verbrauchsspitzen problemlos gedeckt werden kann. Pro Einwohnerin und Einwohner hierzulande steht ein dreifacher Tagesbedarf zur Verfügung. Vom Reservoir fliesst das Wasser – wegen des Höhenunterschieds aus eigener Kraft – über Transport- und Verteilleitungen bis in die Haushalte.

Von der Quelle bis in den Haushalt legt das Wasser einen weiten Weg über ein fein verzweigtes Rohrnetzsystem im Untergrund zurück. Beim Bau neuer Leitungen oder bei Reparaturarbeiten werden die Hygienevorschriften penibel beachtet, damit kein Schmutz ins Leitungsnetz gelangen kann. Nach Bauarbeiten ist zudem eine Hygienekontrolle nötig.

Helen WeissHelen Weiss

ist freie Journalistin und schreibt für Fachzeitschriften und Tageszeitungen über Themen rund um Fauna und Flora, Garten, Wohnen und Gesundheit.

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